Mad in Germany – Beweismittel gegen Deutschland

AK-ANTIFA & AJAP präsentieren :

einen Multimedia-Vortrag von TOP Berlin !
1.Okt • Waschhaus (Potsdam) • 20 Uhr

Vergangenheit bewältigt, Papst geworden, Lena erfunden, Exportweltmeister der Herzen – und jetzt sind sogar die Neudeutschen schwarz-rot-geil! So viel friedlich war nie! Nur „die Autonomen“ sind wieder mal dagegen, verbrennen Fahnen und erzählen was von „Ausgrenzung“, während Sami und Mesut für Schland punkten. Spinnen die?! Könnte man meinen. Die Nation ist zwar ein großer Mist, aber ihre Kritik alles andere als einfach. Deutschland ist eben nicht nur eine „Konstruktion“, und auch nicht erst dann scheiße, wenn es rassistisch wird. Wir haben mal alle wesentlichen Argumente gesammelt, und 200 Stunden deutsche Ideologie aus Funk und Fernsehen durchforstet. Das alles präsentieren wir als multimedialen Farbanschlag. Außerdem letzte Informationen aus Bremen zum Stand der antinationalen Mobilisierung gegen den ‘Tag der deutschen Einheit’, und Bustickets zur Demo am 2.10.

Deutschland schaff dich ab!

Am 3. Oktober 2010 feiert die Bundesrepublik Deutschland zum nunmehr 20. Mal ihr einheitliches Bestehen. Dass hierbei einigen Menschen nicht zum Feiern zumute ist, das bleibt für die öffentliche Meinung unverständlich. Denn immerhin „sind die bewegenden Momente der Friedlichen Revolution im Oktober 1989 in Leipzig, Dresden, Rostock und vielen anderen Städten Ostdeutschlands […] tief in unser Gedächtnis eingeprägt worden“, so der Bremer Oberbürgermeister Jens Böhrnsen, dessen Stadt dieses Jahr den Austragungsort der Einheitsfeierlichkeiten darstellt. Doch dass es mit dem Frieden nach dieser sogenannten „Revolution“ nicht weit her war, fällt meist unter den Tisch. Als der vermeintlich friedliche Geist der „Revolution“ sich über Wiesen und Täler der ostdeutschen Provinz ausbreitete, hatte er stets Nationalismus und Fremdenhass mit im Gepäck. Mensch erinnere sich nur an die Vorfälle in Rostock im August 1992, bei denen der deutsche Mob sich erneut mobilisierte, nur dass diesmal die sich zu der Zeit in Rostock aufhaltenden Vietnames_innen, sowie Sinti und Roma Objekt des Hasses waren. Gelenkt vom nationalistischen Volks- und Einheitsgeist, starteten die Rostocker_innen das Pogrom und waren erfolgreich. Nicht nur, dass die betroffenen Sinti und Roma in ein Auffanglager außerhalb der Stadt gebracht wurden, so erhörte auch der damalige Innenminister Rudolf Seiters den Mob und versprach das Asylrecht zu verschärfen, was der faktischen Abschaffung des selbigen gleichkam. Doch Rostock ist nur ein Beispiel unter vielen und die „Friedliche Revolution“ ein Hohn.

Nachdem in den 90ern die rechte Gewalt Ausmaße annahm, die sie zur Gefahr für das staatliche Gewaltmonopol und den Wirtschaftsstandort (Ost-)Deutschland machte, wurde selbst der bürgerlichen Öffentlichkeit klar, dass dieser Nationalismus eine gefährliche Angelegenheit ist. Er bestärkte Ängste in den europäischen Nachbarländern vor dem vereinigten Deutschland, da er seine Herkunft aus der nationalsozialistischen Volksgemeinschaft nicht nur nicht leugnen konnte, sondern sogar feierte. Jedoch folgte daraus nicht die radikale Kritik dessen, sondern der Versuch dem nationalistischen Gehabe zu entsagen und eine neue, junge und anscheinend reflektierte Spielart der gleichen Sache zu etablieren. Und wer wäre dazu besser geeignet gewesen als die rot-grüne Bundesregierung, die 1998 das Ruder übernahm und einen personellen Bruch gegenüber der noch in die Verbrechen des Nationalsozialismus verquickten Flakhelfergeneration der Vorgängerregierung darstellte.

Diese neue Regierung markierte ihr „selbstbewusstes“ Verhältnis zur deutschen Geschichte , als sie 1999 mit der Begründung, ein neues Auschwitz verhindern zu wollen, Belgrad bombardieren ließ. So wurde die BRD erneut zu einem anerkanntem Kriegsherren und rühmte sich als „Meister“ in der Aufarbeitung der eigenen Geschichte.
Und genau dort beginnt der Siegeszug des neuen weltoffenen, poppigen deutschen Selbstbewusstseins, dass sich bei der Fußball WM der Männer 2006 als „Sommermärchen“ inszenierte. Jetzt ist für alle klar, Deutschland ist wieder obenauf, wir dürfen endlich unverkrampft feiern. Von jung bis alt, von arm bis reich, jede_r richtige Deutsche identifiziert sich mit seiner Nation und seinem Vaterland, ohne dabei jedoch andere Länder und Nationen offensiv zu diskriminieren, wie immer wieder betont wird. Dass dem nicht so ist, zeigt ein extremes Beispiel aus der letzten WM, damals richtete ein Deutscher nach einer Diskussion über das bessere Fußballteam zwei in Deutschland lebende Italiener mit Kopfschüssen hin. Der Täter, heißt es, sei nur betrunken gewesen; der Vorfall nur eine Randnotiz in einer vom bunt-patriotischen Fußballfieber diktierten Berichterstattung.

Auch wenn in der BRD der Mainstream selten zu gewalttätigen Mitteln greift, wird das deutsche Kollektiv weiterhin durch Aus- und Abgrenzungen definiert. Mittels ritualisierter Tabubrüche wie jüngst durch die Veröffentlichung Thilo Sarrazins Buch „Deutschland schafft sich ab“, werden gesellschaftliche „Außenseitergruppen“ markiert, die für den höheren Zweck auf Linie gebracht werden müssen – die Konjunktur Deutschlands. Sollte dies jedoch nicht gelingen, müssen sie schlichtweg verschwinden. So wie der Kapitalismus toleriert auch das deutsche Volk niemanden der_die nicht mitmacht. Derartige Tabubrüche gehören zur Geschichte und Kultur der Berliner Republik wie das Amen in der Kirche. Und so darf Thilo Sarazzin stolz darauf sein die aktuelle „Integrationsdebatte“, angefüllt mit Hass und rassistischen Ressentiments, angestoßen zu haben. Genau das ist der Weg den die meisten der „Tabubrüche“ in der BRD gehen. Als ob jede rechte Polemik einen realen Kern hätte, werden die Ressentiments von ihrer äußeren Hülle befreit und zum Knackpunkt realer Politik stilisiert.

Patriotismus und Nationalismus sind und bleiben Scheiße. Sie sind aber nicht nur fiese Propaganda der Herrschenden, sondern das falsche Bewusstsein darüber, wie diese Gesellschaft tatsächlich verfasst ist. Denn das Gefühl Teil des deutschen Volkes zu sein, verdeckt die Erbärmlichkeit der Existenz, die sich die Individuen eingestehen müssten, wenn sie ihre Rolle als Menschenmaterial im kapitalistischen Verwertungskreislauf erkennen würden. Vielleicht deswegen ist die Dichte der Deutschlandfahnen dort am größten, wo sich in verarmten Stadtquartieren die ökonomisch überflüssig gewordenen sammeln. Wichtiges Konstitutionsmerkmal der Berliner Republik ist seit 1998 die sukzessive Abschaffung des alten bundesrepublikanischen Sozialstaates, der die ökonomisch Überflüssigen durch soziale Transferleistungen zu integrieren suchte. Begleitet wurde dieser Prozess durch nationalistische Kampagnen die von der Bundesregierung und Wirtschaftsverbänden initiiert wurden. Der deutsche Klassenkompromiss, der im Sozialstaat, welcher auch mal ein paar Krümel gesellschaftlichen Reichtums vom Tisch fallen ließ, aufbewahrt wurde, soll zukünftig wieder auf der Basis von offenen deutschen Nationalismus funktionieren. Fraglich ist nur noch, wer als unproduktiv und damit überflüssig ausgeschlossen werden soll und kann, ohne dass der „soziale Friede“ gefährdet wird, welcher Deutschlands wichtigster Wettbewerbsvorteil in der innereuropäischen Wirtschaftskonkurrenz ist.

In der gegenwärtigen Debatte darum, wer sich am Kamin des deutschen Nationalismus die Seele wärmen darf, kann es für uns nicht darum gehen, die Position des bunten, deutschen Jubelpatriotismus gegen die Vertreter des alten, völkischen Nationalismus zu verteidigen. Beharrend auf der Erkenntnis, dass Deutschland sterben muss, wenn wir ein Leben welches diesen Namen verdient leben wollen, gilt es für uns, unversöhnlich gegen jede Form des deutschen Kollektivs anzugehen.

Nieder mit Nationalismus ! Nie wieder Deutschland !

Naziaufmärsche blockieren ist unser Recht!

Königs Wusterhausen, Zossen und überall in Brandenburg
Nazifrei !

Kein Ort für rechte Propaganda!

Am 9. Oktober wollen zum 7. mal Nazis durch KW marschieren. Wir haben genug davon. Es muss endlich Schluss damit sein. Bereits im vergangenen Jahr hätten wir den Aufmarsch stoppen können: Wir waren 600 Antifaschisten, die Nazis waren knapp 300!

Das Bündnis „BRANDENBURG NAZIFREI“ hat bewiesen, dass Aktionen wie in Dresden auch in anderen, kleineren Städten möglich sind.
Aufmärsche der „Kameradschaft Oder Barnim“ KMOB wurden verhindert. Diese Organisation löste sich frustriert auf.
Ein vielfältiges Bündnis aus lokalen Vereinen und landesweiten Verbänden, antifaschistischen Gruppen, Parteien, Gewerkschaften, Jugend- und Studierendeninitiativen, Kirchengemeinden und vielen weiteren engagierten Antifaschistinnen und Antifaschisten ist in Brandenburg entstanden und hat Zivilcourage bewiesen.
Mit seinen Aktionen hat dieses Bündnis deutlich zum Ausdruck gebracht: Wir sind die demokratische, antifaschistische Mehrheit. Ob auf der Straße, dem Schulhof oder im Verein: Treten den wir den Nazis und rechter Ideologie offensiv entgegen!

In Dresden, Halbe, Jena, in Lübeck und in Berlin haben Bürgerinnen und Bürger durch organisierte Menschenblockaden verhindert, dass Neonazis durch ihre Städte laufen. Wir werden nicht zulassen, dass Rechtsradikale in Königs Wusterhausen marschieren. Um dies zu verhindern, werden die Mitglieder des Bündnisses Bündnis „BRANDENBUG NAZIFREI“ auch uns unterstützen und den Nazis die Straße nehmen: durch Straßenfeste, Musikperformance oder kreative Aktionen des zivilen Ungehorsams, so, wie wir das in Bernau und Straußberg erleben konnten. Das waren Feste der Demokratie.
Uns vereint der Konsens von Dresden!

Unser Ziel, den Nazis entgegenzutreten, eint die Mitglieder des Bündnisses über alle sozialen, politischen oder kulturellen Unterschiede hinweg. Das Bündnis ist bunt und stellt sich den Nazis in den Weg. Von uns wird dabei keine Eskalation ausgehen. Wir sind solidarisch mit allen, die mit uns das Ziel teilen, Naziaufmärsche verhindern zu wollen!
Wir bitten alle demokratischen Bürgerinnen und Bürger, mit uns auf die Straße zu gehen. Nur gemeinsam verhindern wir, dass Nazis in Königs Wusterhausen Fuß fassen können.

„Bündnis Gegen Rechts“ / Königs Wusterhausen
http://www.bgr-kw.de/

Bürgerinitiative „Zossen zeigt Gesicht“
http://zossen-zeigt-gesicht.de/

Antifaschistische Initiative Moabit [AIM]
Berlin
a_i_m@gmx.de
http://www.antifa-moabit.de.vu

Mitglied im Berliner VVN-BdA

Keine Toleranz für RassistInnen!

Aufruf des Antikapitalistischen Bündnis Potsdam :

Nachdem das Potsdamer Waschhaus aufgrund des öffentlichen Drucks die Lesung mit Thilo Sarrazin abgesagt hat, ist sich der Nikolaisaal Potsdam nicht zu schade, dem SPD-Mitglied, das gerade eine Steil-Karriere als Neu-Rechter hinlegt, ein Podium zu bieten. In Potsdam will Thilo Sarrazin erstmals durch Lesung seines Buches „Deutschland schafft sich ab“ seine rassistischen Thesen verkünden. Wir rufen dazu auf, sich der öffentlichen Darstellung der menschenverachtenden und diskriminierenden Weltbilder von Thilo Sarrazin entgegen zu stellen. Wir werden mit aller Kraft dagegen demonstrieren. Nirgendwo darf Platz sein für antisemitische, islamfeindliche und rassistische Hetze!

Wir fordern:

- Kein Podium für rassistische Hetze – kein Podium für Hetze gegen
Erwerbslose – kein Podium für Sarrazin!
- Volle rechtliche, politische und soziale Gleichstellung für MigrantInnen!
- Abschaffung der AusländerInnengesetzgebung!
- Weg mit den Kürzungen in sozialen Bereichen!
- Für eine solidarische Gesellschaft ohne Rassismus.

Kundgebung:
am Donnerstag: 09. September 2010
ab 18:30 Uhr
in der Yorckstraße / Ecke Wilhelm-Staab-Straße.

Für weitere Information schaut auf www.antikap-potsdam.de nach !

No Al-Quds – Gegen Islamismus und Antisemitismus

Am 4. September 2010 demonstrieren in Berlin Islamist_innen, Neonazis und antizionistische Linke für die „Befreiung Jerusalems“, also für die Zerschlagung des jüdischen Staates Israel. Die Berliner Demonstration ist Teil des internationalen „Al-Quds-Tages“, an dem das iranische Mullahregime seinen reaktionären Kulturkampf in die Welt trägt. In diesem Jahr ruft ein Bündnis antifaschistischer Gruppen auf, der gruseligen Propagandashow entgegenzutreten.

Der Mobi-Vortrag am Dienstag den 31. 8 im Black Fleck (Zeppelinstraße 26) wird sich inhaltlich mit dem „Al-Quds-Tag“, dem Iran und dessen Antisemitismus als staatstragende Ideologie auseinandersetzen. Als Abschluß soll die Situation in Berlin betrachtet und Gegenaktionen vorgestellt werden.

Für weitere Information schaut auf noalquds.blogsport.de nach.

Ak.Antifa.net kaputt

Da aufgrund verschiedenster Verstrickungen unsere eigentliche Internetseite ak.antifa.net derzeit nicht aufrufbar ist, haben wir diesen Blog ins Leben gerufen, um weiterhin antifaschistische Informationen, Politik und Veranstaltungen aus und um Potsdam unter das internetverwöhnte Publikum zu bringen.

Mit solidarischen Grüßen,
ak_antifa_potsdam